PRAXISZEITUNG BIN ICH BRUSTKREBSGEFÄHRDET?

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Bin ich brustkrebsgefährdet?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Es ist deshalb verständlich, wenn Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie gefährdet sind und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um Ihr persönliches Risiko zu senken.

In letzter Zeit wurden in der Öffentlichkeit Nachrichten zum Thema Brustkrebs verbreitet, die bei Ihnen möglicherweise Fragen aufgeworfen haben. Zögern Sie bitte nicht und stellen Sie uns Ihre Fragen! Angst ist meist kein guter Ratgeber. Die informierte Frau kann dagegen viel tun, um Ihr Risiko zu mindern und im Falle einer Erkrankung diese zu besiegen.

Welche Bedeutung haben Erbanlagen?

Wenn die Mutter oder gar mehrere Verwandte ersten Grades an Brustkrebs erkrankten, so ist eine erhöhte Gefährdung gegeben. Deshalb müssen Sie jedoch nicht das gleiche Schicksal erleiden! Wichtig ist in diesem Fall eine besonders sorgfältige Betreuung durch Ihre Frauenarztpraxis. Wir haben heute moderne Möglichkeiten, die Erkrankung viel früher zu erkennen und dann mit Methoden erfolgreich zu bekämpfen, die früher weitgehend unbekannt waren. Früherkennungsuntersuchungen, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden, bieten jeder Frau die Chance, Krebs – wenn er denn auftritt – im Frühstadium zu heilen.

Welche Lebensumstände beeinflussen das Brustkrebsrisiko?

Man hat festgestellt, dass verschiedene Lebensumstände bei Erkrankten häufiger auftreten, so zum Beispiel eine frühe erste Regelblutung, keine Geburten oder eine späte Geburt des ersten Kindes, eine späte letzte Regelblutung. Diese Ereignisse, die zum Teil anlagenbedingt sind, sollten niemanden beunruhigen, höchsten ermutigen, die beim Frauenarzt angebotene Vorsorge, Beratung und Behandlung regelmäßig zu nutzen.
Übergewicht, Bewegungsmangel sowie Alkohol- und Nikotinmissbrauch werden ebenfalls mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Durch eine gesunde Lebensweise, also fett- und kalorienarme Ernährung, körperliche Aktivität sowie Verzicht auf Alkohol und Nikotin, können Sie selbst das Risiko einer Brustkrebsentstehung mindern.

Erhöht eine Hormonbehandlung das Brustkrebsrisiko?

In jüngster Zeit wurde berichtet, dass Studien (WHI-Studie) Hinweise darauf ergeben hätten, dass Hormoneinnahmen das Risiko erhöhen. Diesen Berichten stehen andere umfangreiche wissenschaftlich Untersuchungen entgegen, die kein erhöhtes oder sogar ein vermindertes Brustkrebsrisiko zeigen. Sie sollten sich jedenfalls nicht dadurch verunsichern lassen und eine von uns verordnete Hormonbehandlung voreilig beenden. Die vielen gesundheitlichen Vorteile, die sich aus dieser Behandlung ergeben, würden Ihnen verloren gehen. (Lesen Sie dazu auch den Artikel „Über Östrogene“.)

Es ist sicher, dass die Entstehung eines Brustkrebses nicht durch die Einnahme von Östrogenen ausgelöst wird. Ein Brustkrebs entwickelt sich in der Regel unter der Einwirkung echter krebserregender Stoffe über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Unter einer Hormonbehandlung und der damit verbundenen regelmäßigen Betreuung in einer Frauenarztpraxis ist sogar damit zu rechnen, dass Brustkrebserkrankungen frühzeitig entdeckt und daher auch eher und erfolgreicher behandelt werden können.
Frauen, die unter einer oder nach einer vorausgegangenen Hormonbehandlung an Brustkrebs erkranken, haben nämlich eine bessere Chance auf Heilung und eine höhere Lebenserwartung als Frauen ohne vorausgegangene Hormonbehandlung.

Wie kann ich zu Früherkennungsmaßnahmen beitragen?

Wichtig ist, dass Sie selbst Ihre Brust regelmäßig abtasten und Ihren Arzt informieren, wenn Sie bestimmte Veränderungen an der Brust beobachten, wie:

  • Neu auftretende Knotenbildungen, auch wenn sie keine Schmerzen bereiten, sowie
    Verhärtungen in der Brust.
  • Absonderungen aus der Brustwarze, besonders wenn sie blutig sind.
  • Einziehungen der Haut über der Brust oder im Bereich der Brustwarze.
  • Hautvergröberungen (Apfelsinenschalenhaut).
  • Änderungen der Brustform und Brustgröße.
  • Tastbare Lymphknoten unter der Achsel oder an den Rändern der Brüste.
  • Rötung oder entzündliche Veränderungen der Brustwarzen.

Sprechen Sie offen mit uns über Ihre Sorgen, dies hilft Ihnen, unnötig Ängste zu überwinden. Regelmäßige Untersuchungen verschaffen Ihnen Sicherheit vor schwerwiegenden Folgen für Ihre Gesundheit.
Nutzen Sie die Ihnen angebotenen Möglichkeiten zur Früherkennung, beachten Sie die ärztlichen Ratschläge und lassen Sie sich durch abweichende Meinungen von Nichtfachleuten nicht unnötig verunsichern.

Übrigens: Neben der regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust und der Mammographie erhöht die ungefährliche Ultraschalluntersuchung der Brust Ihre Sicherheit.
Wenn Sie eine derartige Untersuchung wünschen, sprechen Sie uns an!
Wir beraten Sie gern!

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