Praxiszeitung Der HPV-Test

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Der HPV-Test... die Lebensversicherung für die Frau ab 30!

Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie wissen, wie Sie das Risiko, einen Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln, minimieren können. Noch erkranken allein in Deutschland jedes Jahr 7000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 2600 versterben. Das wäre vermeidbar, denn der Auslöser des Krebses, das humane Papillomavirus (HPV), ist jetzt einfach und sicher nachweisbar.

Was ist HPV?

HPV ist ein Virus, das sexuell übertragen wird. Viele Menschen sind durch dieses Virus infiziert, ohne es zu wissen. Es gibt etwa 100 bekannte HPV-Typen, 13 gelten als Hochrisiko-Typen. Sie stehen in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Entstehung von Gebär- mutterhalskrebs. So konnten bei 99,7% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs HPV-Hochrisiko- Typen nachgewiesen werden. Andere Virustypen verursachen Feigwarzen. Diese werden selbst nicht mit Krebs in Verbindung gebracht, machen aber den Arzt auf die Möglichkeit einer HPV-Infektion auch im Gebärmutterhals aufmerksam.

Welche Rolle spielt HPV bei der Entwicklung des Gebärmutterhalskrebses?

Irgendwann in ihrem Leben kommt jede sexuell aktive Frau mit dem Virus in Kontakt. In der Regel bekämpft das körpereigene Immunsystem das Virus erfolgreich. Spontan werden die Viren (wie andere Viren, Erkältungs- oder Grippeviren) innerhalb weniger Monate wieder aus dem Körper eliminiert. Bei wenigen Frauen allerdings wird das Virus nicht durch das eigene Immunsystem beseitigt. Eine fortbestehende Infektion mit dem humanen Papillomavirus kann dann zu Zellveränderungen führen, die, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden, zu Gebärmutterhalskrebs entarten können. Gefährdet sind insbesondere Frauen ab 30 Jahren. In einer Studie wurde gezeigt, dass Frauen, bei denen die Infektion 12 bis 18 Monate andauert, ein bis zu 300 Mal höheres Risiko haben, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, als Frauen, die HPV-negativ waren. Bisher wurde zur Vorsorge des Gebärmutterhalskrebses routinemäßig der sogenannte PAP-Abstrich eingesetzt.

Was ist ein PAP-Abstrich?

Der PAP-Abstrich ist eine Untersuchung zum frühen Erkennen von Zellveränderungen im Gebärmutterhals. Der Test wird mit einer kleinen Probe von im Gebärmutterhals entnom- menen Zellen durchgeführt, die auf einen Mikroskopglasträger gestrichen werden. Der Abstrich wird dann im Labor unter dem Mikroskop auf abnorme Zellen untersucht, die auf Entwicklung einer Erkrankung hinweisen können. Werden abnorme Zellen gefunden, kann eine Kolposkopie (Spiegelung des Gebärmutterhalses) zur weiteren Abklärung vorgeschlagen werden.

Allerdings: Eine neue Studie hat gerade festgestellt, dass der Routinetest mit dem PAP-Abstrich nicht einmal die Hälfte aller echten Vorstufen des Krebses erkennt. Deshalb haben Forscher nach genaueren Verfahren gesucht und die Dünnschicht-Zytologie (Monolayer- Verfahren) und den HPV-Test entwickelt.

Was ist ein HPV-Test?

Mit diesem Test kann ein Vorliegen von Virus-Hochrisiko-Typen erkannt werden, noch bevor Veränderungen der Zellen des Gebärmutterhalses sichtbar werden. Dadurch können Frauen mit erhöhtem Krankheitsrisiko weitaus früher identifiziert werden.
Wichtig: Lassen Sie sich bitte nicht verunsichern.
Der Nachweis von Viren, also ein positiver HPV-Test bedeutet nicht, dass Sie an Gebärmut- terhalskrebs erkrankt sind oder gar bereits ein Tumor vorliegt. Er deutet lediglich auf mög- liche Risiken für Ihre Gesundheit hin und gibt uns die Möglichkeit, Sie genauer zu überwa- chen. Schon erste Anzeichen können dadurch früher erkannt und eine effektive Behandlung eingeleitet werden. Umgekehrt bedeutet ein negatives Ergebnis des HPV-Testes, dass Ihr persönliches Risiko, einen Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln, äußerst gering ist.

Wie wird die HPV-Probe für den Test gewonnen?

Die Probe wird, wie beim PAP-Abstrich auch, durch Abstreichen von Zellen aus dem Gebärmutterhals gewonnen. Anschließend wird sie für den Transport zur Bestimmung im Labor in ein flüssiges Sammelmedium gegeben.

Sollten Sie sich einem PAP-Abstrich und einem HPV-Test unterziehen?

Ja, wenn Sie wirklich sicher sein wollen. Nach dem heutigen Stand der Forschung ist die wirksamste Methode zur Erkennung früher Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs ein Monolayer-PAP-Abstrich gekoppelt mit einem HPV-Test. Diese Kombination ist im April 2003 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für alle Frauen ab 30 Jahren als Standart in der Krebsvorsorge zugelassen worden. Mit dem kombinierten Ansatz heißt negativ wirklich negativ. Dies bedeutet, dass Sie mit fast 100-prozentiger Sicherheit in den nächsten fünf Jahren keinen Gebärmutterhalskrebs entwickeln werden, und dass Sie deshalb zu den routinemäßigen Vorsorgeintervallen zurückkehren können. Noch ist der HPV-Test in Deutschland derzeit lediglich eine Kassenleistung bei leichten Zellveränderungen (wiederholt PAP-Ergebnis IIw, III oder IID) und nach vorausgegangener Therapie einer Krebsvorstufe. Auf Ihren Wunsch kann der Test aber als individuelle Gesundheitsleistung (IgeL) auch im Rahmen der Vorsorge durchgeführt werden.

Denken Sie daran:

  • Das humane Papillomavirus ist ein äußerst häufiges Virus.
  • Gebärmutterhalskrebs dagegen ist eine vergleichsweise seltene Erkrankung.
  • Wenn Zellveränderungen frühzeitig erkannt werden, ist die Behandlung zu 100 Prozent erfolgreich.

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen, können Sie gerne mein Praxisteam und mich darauf ansprechen.

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