PRAXISZEITUNG ÜBER ÖSTROGENE

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Über Östrogene

Östrogene sind eine Gruppe der über 200 verschiedenen Hormone, die überall in unserem Körper wirksam sind. Sie gehören zu den Sexualhormonen, deren Produktion in den Keimdrüsen mit der Pubertät beginnt und für das unterschiedliche körperliche Aussehen von Mann und Frau sorgen. Die aktivitätssteuernde Wirkung der Hormone an den Zielzellen kommt über sogenannte Rezeptoren zustande, mit denen die jeweiligen Zellen ausgestattet sind.

 

Da diese Rezeptoren auch durch andere Substanzen zu aktivieren sind, kann man gegebenenfalls auch mit diesen eine östrogenähnliche Wirkung erreichen (wie z. B. mit pflanzlichen Östrogenen).

 

Die vom menschlichen Organismus produzierten, wie auch die von außen zugeführten Östrogene sind in allen Zellen und Geweben unseres Organismus wirksam:

  • Haare: Fördern den Haarwuchs am Kopf, wirken den männlichen Hormonen (Körperbehaarung) entgegen
  • Nervensystem: Beeinflussen die Stimmungslage, fördern Konzentrations- und Merkfähigkeit
  • Brust: Fördern die Brustentwicklung
  • Stoffwechsel: Beeinflussen Fettstoffwechsel, schützen vor Arteriosklerose und Herzinfarkt
  • Scheide: Wirken durchblutungsfördernd und schützen vor Verletzungen und Infektionen
  • Haut/Bindegewebe: Fördern Regenerationsfähigkeit, Durchblutung und Feuchtigkeit der Haut und verbessern die Elastizität durch mehr Kollagenbildung
  • Knochen/Muskulatur: Fördern den Knochen- und Muskelaufbau

Folgen des Östrogenmangels:

  • Haare: Verlust an Geschmeidigkeit, Dichte und Fülle
  • Nervensystem: Nachlassen der allgemeinen Leistungsfähigkeit, Beeinträchtigung der Merkfähigkeit; Stimmungsschwankungen
  • Brüste: Die Brüste werden weicher, flacher und verlieren an Elastizität
  • Herz und Blutgefäße: Hitzewallungen, Herzrasen, Blutdruckanstieg
  • Stoffwechsel: Anstieg der Blutfette, erhöhtes Arteriosklerose- und Herzinfarktrisiko
  • Gebärmutter: Geringerer Schleimhautaufbau; Größenabnahme der Gebärmutter
  • Scheide: Scheidenepithel wird dünner und trockener durch Abnahme der Durchblutung, Veränderung des pH-Wertes der Scheide
  • Beckenbodenmuskulatur: Elastizität und Spannkraft lassen nach; Zunahme von Blasenbeschwerden
  • Haut/Bindegewebe: Regenerationsfähigkeit der Haut lässt nach, Austrocknen und Brüchigwerden der Haut, Faltenbildung und Erschlaffung
  • Knochen/Muskulatur: Beschleunigter Knochenabbau und erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (Osteoporose); Verringerung der Muskelmasse; Gelenkschmerzen

Deshalb kann sich ein Mangel an Östrogenen auf die unterschiedlichste Weise bemerkbar machen.

 

Symptome bei Hormonangel Häufigkeit Möglichkeiten der hormonfreien Therapie Beeinflussung durch Hormone

Nervosität, Reizbarkeit

90%
Bruhigungsmittel
ja
Müdigkeit, Leistungsabfall, Lethargie
90%
keine
ja
Hitzewallungen, Schweißausbrüche
70%
Antidepressiva, Clonidin
ja
Depressive Verstimmung, Weinkrämpfe
70%
Antidepressiva
ja
Kopfschmerzen
70%
Schmerzmittel
ja
Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche
65%
keine
ja
Gewichtszunahme
60%
Diät, Appetitzügler
ja
Schlafstörungen
50%
Schlafmittel
ja
Gelenk-, Muskelschmerzen
50%
Analgetika
ja
Herzbeschwerden, -rasen
40%
"Herzmedikamente"
ja
Obstipation
40%
Abführmittel
ja
Libidoverlust
30%
keine
ja
Parästhesie
25%
keine
ja
Schwindel
20%
keine
ja

 

Mit einer individuell angepassten Östrogentherapie können deshalb die Folgen des Östrogenmangels in den Wechseljahren wirkungsvoll und ursächlich behoben werden.

 

In jüngster Zeit wurden Frauen durch Medienberichte verunsichert, denen zufolge Untersuchungen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko unter einer „Hormontherapie“ ergeben hätten.

Diesen Berichten stehen andere umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse entgegen, die kein erhöhtes oder sogar ein vermindertes Brustkrebsrisiko zeigen. Sie sollten sich jedenfalls nicht dadurch verunsichern lassen und eine Hormonbehandlung voreilig beenden bzw. nicht beginnen. Die vielen gesundheitlichen Vorteile, die Sie aus dieser Behandlung ziehen, würden Ihnen verloren gehen.

 

Lesen Sie dazu auch den Artikel: „Bin ich brustkrebsgefährdet?“

 

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen, können Sie gerne mein Praxisteam und mich darauf ansprechen.

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