PRAXISZEITUNG OSTEOPOROSE

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Osteoporose – Witwenbuckel? Nein danke!

Die Osteoporose ist die häufigste Erkrankung des Knochenstoffwechsels im höheren Lebensalter. Sie ist gekennzeichnet durch eine Verminderung der Knochenmasse und Zerstörung der Knochenfeinstruktur mit Funktionseinbuße bzw. Stabilitätsverlust. Schon geringe bzw. normale Beanspruchung kann zu Knochenbrüchen (Frakturen) führen. Schwerwiegende Folgeerkrankungen sind (Unter)arm-, Wirbel- und Oberschenkelhalsbrüche.
Bekannt als Folge von Wirbelkörpereinbrüchen sind der Rundrücken bzw. der sog. „Witwen-
buckel“ und eine Verminderung der Körpergröße im Alter.

Der Körper lagert von Geburt an Mineralien im Knochen ein, einen wesentlichen Baustein bildet hier das mit der Nahrung aufgenommene Calcium. Um das 25. Lebensjahr ist die maximale Stabilität und die größte individuelle Knochenmasse (beim Mann 30% höher als bei der Frau) erreicht.
Nach einer kurzen Phase des Gleichgewichts kommt es nach dem 40. Lebensjahr bei allen Menschen zu einem langsamen (ca. 0,5% jährlich) Verlust der Knochenmasse, der sich bei Frauen in den ersten 10 Jahren nach der Menopause erheblich steigern kann (2% jährlich und mehr) – ein Viertel aller Frauen erkrankt an einer klinisch manifesten Osteoporose. Im Alter über 70 Jahre nimmt die Osteoporose bei beiden Geschlechtern stetig zu und betrifft Männer und Frauen im Verhältnis 1:2 .

Als Hauptrisiken einer Osteoporose gelten neben der Zugehörigkeit zur weißen Rasse das weibliche Geschlecht, höheres Lebensalter und familiäre Belastung („Veranlagung“). Andere Risikofaktoren wie körperliche Inaktivität, Hormonmangel in den Wechseljahren, Untergewicht sowie Mangel- und Fehlernährung (hier auch erhöhter Konsum oder Missbrauch von Alkohol-, Kaffe-, Colagetränken und Nikotin) tragen ebenfalls zur Krank-
heitsentwicklung bei.

Der sinnvolle Einsatz vorbeugender Maßnahmen muss rechtzeitig erfolgen, also dann, wenn das Risiko erkannt aber noch kein irreparabler Schaden entstanden ist. Bestimmte Laborwerte
zur Analyse des Knochenstoffwechsels vor allem aber auch die Osteodensitometrie (Knochendichtemessung) können zur Entscheidung beitragen, ob eine Osteoporose sich im altersphysiologischen Rahmen bewegt oder ob besondere Maßnahmen erforderlich erscheinen. Mit Hilfe hochfrequenter Schallwellen wird bei der Osteodensitometrie der Fersenbeinknochen des Fußes schmerzlos und ohne Strahlenbelastung auf seinen Mineralgehalt untersucht. Diese sogenannte quantitative Ultraschallsonographie ermöglicht die Bestimmung der Knochenqualität und damit des individuellen Osteoporoserisikos.

Haben Sie Interesse an einer Untersuchung oder Fragen zu diesem oder anderen Themen, können Sie gerne mein Praxisteam und mich darauf ansprechen.

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