PRAXISZEITUNG DER KREBSABSTRICH

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Der Krebsabstrich – für jede Frau lebenswichtig

Für Ihre Gesundheit: Regelmäßige Krebsvorsorge schafft Sicherheit:

Der sogenannte „PAP“- Abstrich ist benannt nach dem Arzt Papanikolaou, der dieses Verfahren vor ca. 70 Jahren entwickelt hat. Damit haben wir die Chance, durch Abstreifen oberflächlicher Zellen vom Gebärmuttermund und Gebärmutterhalskanal schon sehr früh mögliche Zellveränderungen zu erfassen, früh genug bevor sich diese zu einer behandlungsbedürftigen oder bösartigen Erkrankung entwickeln können. Diese seit Jahren bewährte Methode wurde nun technisch verfeinert und optimiert. Bei Monolayer-Verfahren werden mehr Zellen gesammelt, noch in der Praxis aufbereitet und im Labor aufwändig untersucht. Zellveränderungen können so früher und eindeutiger erkannt werden – das Ergebnis ist besonders präzise. Durch diese Früherkennung können Zellveränderungen leicht beseitigt und mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit geheilt und damit eine Krebserkrankung vermieden werden.

Früherkennung statt Spätbehandlung:

Durch Teilnahme an der Vorsorgeuntersuchung senken Sie aktiv das Risiko an Gebärmutter-
halskrebs zu erkranken. Gerade der Muttermund ist durch Zyklus, Geschlechtsverkehr, Geburten, Infektionen und Entzündungen von Natur aus einer starken Belastung ausgesetzt und anfällig für Reizungen. Viel öfter als die meisten Frauen vermuten, kommt es deshalb vor, dass die Zellprobe tatsächlich einmal nicht in Ordnung ist. Wie ist dann der Abstrich einzuordnen und was muss geschehen?

Der PAP-Test: Was bedeutet das Ergebnis:

Die nach der Abstrichentnahme in einem Labor untersuchten Muttermundszellen werden nach einer bestimmten Klassifizierung in Gruppen von I – V bewertet. Dabei bedeutet die Gruppe:

 

I

Alles okay. Der Abstrich ist völlig unauffällig. Kein Krebs. Alle Zellen sind eindeutig gutartig.

Eine erneut Abstrichuntersuchung ist erst im Rahmen der nächsten Vorsorge notwendig.

II

Unverdächtige, leicht entzündliche Zellprobe bedingt durch eine Infektion mit Bakterien, Chlamydien oder anderen Keimen, oder durch Pessar, Spirale oder hormonelles Ungleichgewicht u. a. Kein Krebs.

Abstrich nach einem ½ Jahr, manchmal nach vorheriger Behandlung auch früher.

IIw

nur geringe, meist entzündliche Zellreaktionen der oberflächlichen Zellschichten, aus denen sich auch Krebsvorstufen entwickeln können oft bedingt durch Infektionen mit Bakterien, Pilzen usw. Es besteht ein sehr geringes Risiko echte Krebszellen zu entwickeln. Es gibt aber keinen Hinweis auf eine Krebserkrankung. Der Befund kann eine Zeit lang bestehen bleiben oder kann sich weiterentwickeln zu einer höheren Gruppe. Meist verschwindet er nach einer kurzen Behandlung.

Abstrichwiederholung ggf. nach Behandlung (antibiotisch, hormonell usw.) nach 4-6 Monaten.

III

Ein solcher Abstrich ist nicht eindeutig. In der Zellprobe wurden zwar keine Krebszellen gefunden jedoch Zellveränderungen, die auffällig aber mikroskopisch nicht eindeutig zu bestimmen sind. Neben einem Kontrollabstrich wird oft eine antibiotische oder hormonelle Behandlung und eine Scheidenspiegelung erforderlich, manchmal auch eine kleine Gewebsentnahme.

Der Kontrollabstrich erfolgt je nach Situation nach 4-8 Wochen.

IIID

Dieser Abstrich-Befund ist gerade bei jungen Frauen sehr häufig und wird meist als leichte oder mäßige Dysplasie bezeichnet, d.h. es zeigen sich leichte Veränderungen der Krebsvorstufen, es besteht ein geringes Risiko echte Krebszellen zu entwickeln, es liegt aber kein Krebs vor. Meist hängt diese Veränderung mit dem häufig verbreiteten HPV-Infekt zusammen (siehe auch Information zur HPV-Infektion bei Frauen). Wegen der Rückbildungsfähigkeit wird der Abstrich Gruppe IIID abwartend behandelt.

Eine Abstrichkontrolle sollte je nach Befund nach 3-6 Monaten ggf. nach Behandlung erfolgen.

IVa

Dieser Befund kommt selten überraschend und wird als schwere Dysplasie oder auch als „in-situ-Vorstufe“ bezeichnet, d.h. es liegen schwere Zellveränderungen der Krebsvorstufen vor. Meist wurde bei vorangegangenen Untersuchungen ein auffälliger Befund ( Gruppe IIID, III usw. ) festgestellt oder die Voruntersuchung liegt bereits längere Zeit zurück. Diese Zellveränderungen stellen Krebsvorstufen dar, die sich ohne Behandlung nicht zurückbilden, so dass ein

operativer Eingriff durch Kegelentnahme (sogenannte Konisation), zur Vermeidung einer Krebsentstehung nicht zu umgehen ist.

IVb/V

Bei Abstrichen der Gruppe IVb und V ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Krebs entwickelt hat.

Dies muss jedoch immer durch eine zusätzliche Gewebeprobe abgeklärt werden.

Bei regelmäßiger Teilnahme an den Krebsvorsorgeuntersuchungen - möglichst in Verbindung mit einem Monolayer-Verfahren – sind solche Erkrankungen zum Glück äußerst selten, denn Gebärmutterhalskrebs entsteht nicht schlagartig, sondern über einen Zeitraum von Jahren.

 

Wie eingangs erläutert, ist die zytologische Untersuchung mit Hilfe der modernen Monolayer-Verfahren besonders effektiv und sicher.

Haben Sie Interesse an einer Untersuchung oder Fragen zu diesem oder anderen Themen, können Sie gerne mein Praxisteam und mich darauf ansprechen.

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