PRAXISZEITUNG PILZERKRANKUNGEN DER SCHEIDE

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Pilzerkrankungen der Scheide – oder wenn Sie etwas juckt!

Bei einer Pilzerkrankung der Scheide handelt es sich um eine Infektion der Scheide und der Schamlippen, die sich bis zum After und sogar darüber hinaus erstrecken kann. Fast jede sexuellaktive Frau erkrankt mindestens einmal in ihrem Leben an einer solchen Pilzinfektion. Bei einigen ist die Infektion sehr hartnäckig und kommt unter Umständen sogar mehrmals im Jahr wieder. Eine Pilzerkrankung der Geschlechtsorgane ist keine Geschlechtskrankheit, obwohl sie beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Meist handelt es sich jedoch um eine sogenannte Selbstinfektion, da wir uns an Pilzen, die wir an uns oder in uns tragen (z.B. im Darm oder auf der Haut), selbst infizieren.

Die lästigen Symptome dieser Erkrankung sind Juckreiz, Brennen, Rötung und Schwellung der betroffenen Bereiche sowie verstärkter Ausfluss. Hervorgerufen wird diese Infektion durch Hefepilze (Candida-Arten). Diese befinden sich fast immer, normalerweise in geringen Mengen, im Scheidenbereich und sind zunächst harmlos. Erst wenn sie sich stark vermehren, führen sie zu den typischen Symptomen und wir sprechen von einer Infektion.

Es gibt verschiedene Gründe, die das Entstehen einer Pilzinfektion begünstigen oder auslösen:

  • Pilze können sich im Darm oder im Stuhl befinden und durch „falsches Abwischen“ in die Scheide gelangen.
  • Pilze können sich im Mund befinden (z.B. Zahnfleischtaschen, Kariesherde).
  • Infektionskrankheiten (Erkältungskrankheiten, Entzündungen) schwächen das Immunsystem, so dass der Körper sich schlechter gegen eine zusätzliche Pilzinfektion wehren kann.
  • Das Immunsystem kann auch durch Stress, psychische oder körperliche Belastungen geschwächt sein oder durch Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder Immunsuppressiva, die das Immunsystem beeinträchtigen.
  • ei manchen Stoffwechselerkrankungen wie der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Da sich Pilze von Zucker ernähren, können sie sich durch hohen Zuckergehalt vermehren.
  • Auch hormonelle Veränderungen wie die erhöhten Östrogenspiegel in der Schwanger- schaft oder durch die Einnahme der Antibabypille führen zu einem Anstieg des Zuckergehaltes in der Scheide, wodurch das Pilzwachstum gefördert wird.
  • Zuckerreiche, d.h. kohlenhydratreiche Ernährung (Süßigkeiten, Kuchen, Weißbrot) fördern das Pilzwachstum.
  • Übertriebene Hygiene des Intimbereichs mit Seifen und anderen Waschsubstanzen, Intimsprays und häufiges Baden zerstören das natürliche Scheidenmilieu und begünstigen die Entstehung einer Infektion.
  • Durch das Tragen synthetischer Hosen und Unterhosen wie auch durch die Benutzung von Slipeinlagen entsteht ein feuchtwarmes Klima im Intimbereich, in dem sich Pilze sehr gut vermehren.

Ohne eine medikamentöse Behandlung verschwindet eine Pilzinfektion im allgemeinen nicht. Dabei reicht eine lokale Therapie, d.h. die Anwendung einer Creme in Verbindung mit Vaginal- Tabletten oder -Zäpfchen meist aus. Sehr wichtig ist, dass Sie die Behandlungsan- weisungen genau befolgen und die Therapie nicht vorzeitig beenden. Ob ggf. eine Partner- behandlung oder eine systemische Therapie (Einnahme von Tabletten) angezeigt ist, hängt vom Krankheitsverlauf ab.

Bedenken Sie bitte, dass nicht jeder Juckreiz/ jede Infektion in der Scheide durch Pilze verursacht ist. Deshalb steht auch hier vor der Therapie die Diagnose durch den Arzt!

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen, können Sie gerne mein Praxisteam und mich darauf ansprechen.

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