PRAXISZEITUNG TUMORMARKER

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Tumormarker

Krebserkrankungen sind in den westlichen Industrieländern nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache, wobei in den letzten Jahrzehnten die Erkrankungshäufigkeit deutlich zugenommen hat. Die prozentuale Häufigkeit ist bei Mann und Frau unterschiedlich, unterscheidet sich aber auch nach Altersgruppen sowie zwischen einzelnen Völkern, meist in Abhängigkeit von Lebensgewohnheiten.

Die Ursachen der Krebsentstehung sind komplex und Gegenstand zahlreicher Studien und aufwändiger Forschung. Neben genetischen Faktoren sind Schadstoffe belebter und unbeleb- ter Natur beteiligt, die auf verschiedene Art in den Organismus gelangen und die Zellen beeinflussen (z.B. Viren, radioaktive Strahlung, Substanzen im Zigarettenrauch, Alkohol und viele andere sog. kanzerogene Noxen).
Einzelne Zellen können entarten und unkontrolliert und beschleunigt wachsen, wobei sie ihre ursprüngliche Funktion einbüßen und den gesunden Zellverband zerstören. Wird dieser Prozess nicht im Anfangsstadium vom körpereigenen Immunsystem erkannt und durch Zerstörung solcher Zellen verhindert, kommt es zur Entstehung bösartiger Tumoren. Der Zeitraum vom Auftreten der ersten entarteten Zelle bis zur Erkennbarkeit des bösartigen Tumors beträgt häufig ca. 10 Jahre.

Als Tumormarker bezeichnet man Substanzen, die von malignen (=bösartigen) Tumorzellen gebildet werden oder deren Bildung von ihnen veranlasst wird. Treten sie in erhöhter Kon- zentration im Blut auf, ermöglichen sie in vielen Fällen Rückschlüsse auf das Vorliegen oder den Verlauf einer Tumorerkrankung.
Nicht alle Tumoren führen zu erhöhten Tumormarkerwerten im Blut, manche Tumoren sind
Marker negativ, d.h. sie bilden keine Markersubstanzen. Die gemessene Konzentration eines Tumormarkers ist abhängig von der jeweiligen Bestimmungsmethode. Der individuelle Normalwert ist relativ stabil, wobei das Lebensalter die Höhe erheblich beeinflusst. Gutartige Erkrankungen können eine eher geringe und meist reversible Erhöhung des Wertes bedingen.

Zum generellen Screening asymptomatischer Personen sind Tumormarker wegen ihrer meist geringen Organ- und Tumorspezifität sowie wegen ihres relativ geringen Vorhersagewertes nicht geeignet.
Es kann jedoch sinnvoll erscheinen, bei Einzelpersonen über längere Zeit hinweg die Spiegel einzelner Tumormarker zu kontrollieren, um über deren Verlauf aus einem Anstieg eventuell ein Tumorwachstum in einem frühen und damit besser therapierbaren Stadium erkennen zu können.

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen, können Sie gerne mein Praxisteam und mich darauf ansprechen.

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